Aminosäure - Wissen

Aminosäuren sind die Bausteine der Körperproteine, die etwa 20 Prozent des Körpergewichts ausmachen. Muskeln, Haut und Knochen enthalten besonders viel Protein, nämlich die Protein-struktur Kollagen und Elastin. Proteine haben eine Schlüssel-position in praktisch allen biolo-gischen Abläufen unseres Körpers, der Organismus braucht sie für Wachstum und Regeneration von Gewebe. Als Enzyme, Neurotrans-mitter und Hormone regeln sie Funktionen im Körper.

L - Arginin

L-Arginin ist eine proteinogene Aminosäure, die eine entscheidende Rolle in verschiedenen biologischen Prozessen im Körper spielt. Es handelt sich um eine semi-essentielle Aminosäure, was bedeutet, dass der Körper sie normalerweise selbst herstellen kann. In bestimmten Situationen kann jedoch eine zusätzliche Zufuhr von außen erforderlich sein.

 

Diese Aminosäure ist für den Körper von großer Bedeutung, da sie als Vorläufer für die Produktion von Stickstoffmonoxid (NO) dient. Stickstoffmonoxid ist ein gasförmiges Molekül, das in den Blutgefäßen freigesetzt wird und eine entspannende Wirkung auf die Gefäßmuskulatur hat. Dies führt zu einer Erweiterung der Blutgefäße, was wiederum die Durchblutung verbessert.

L-Arginin kann natürlicherweise in Lebensmitteln wie Fleisch, Geflügel, Fisch, Nüssen und Samen gefunden werden. Es wird auch häufig als Nahrungsergänzungsmittel in Form von Tabletten, Kapseln oder Pulver angeboten.

 

Einige Menschen nutzen L-Arginin als Nahrungsergänzungsmittel, um ihre sportliche Leistung zu verbessern, den Muskelaufbau zu unterstützen oder die sexuelle Funktion zu fördern. Es gibt auch einige Untersuchungen, die darauf hinweisen, dass L-Arginin eine positive Wirkung auf die Gesundheit des Herz-Kreislauf-Systems haben könnte.

Wie funktioniert L-Arginin?

L-Arginin spielt eine entscheidende Rolle bei der Produktion von Stickstoffmonoxid (NO) im Körper. Wenn du L-Arginin zu dir nimmst, gelangt es in den Blutkreislauf und wird zu NO umgewandelt. NO wiederum hat eine vasodilatierende (gefäßerweiternde) Wirkung, was bedeutet, dass es die Blutgefäße entspannt und erweitert.

Durch die Erweiterung der Blutgefäße verbessert L-Arginin die Durchblutung im gesamten Körper. Dies kann verschiedene positive Auswirkungen haben. Zum Beispiel kann eine verbesserte Durchblutung zu einer besseren Versorgung der Muskeln mit Nährstoffen und Sauerstoff während des Trainings führen, was die sportliche Leistung verbessern kann.

L-Arginin - Das Wichtigste in Kürze

 

L-Arginin ist für die Steuerung der Gefäße, Immunsystem und Regulierung des Blutzuckerspiegels wichtig. Als solches wird es angewendet.

 

  • Arteriosklerose (Gefäßverkalkungen)
  • für gesunden Muskelaufbau
  • Stärkung des Immunsystems
  • zur Verbesserung der Insulinresistenz bei Diabetes
  • Verbesserung der Kapillarduchblutung (z.B. bei Tinnitus oder Haarausfall)

 

 

 

 

BCAA

B.C.A.A. steht als Abkürzung für "Branched Chain Amino Acids", was übersetzt "verzeigt kettige Aminosäuren" bedeutet. Sie können ihre volle Wirkung nur dann entfalten, wenn alle drei Aminosäuren gleichzeitig eingenommen werden. Diese Aminosäuren machen in Kombination einen großen Teil des täglichen Bedarfes an

essentiellen Aminosäuren aus. B.C.A.A. bauen nachweislich Muskeln auf und verhindern den Abbau von Muskelmasse bei Ausdauersportlern.

Somit ist B.C.A.A. eine sehr sinnvolle Nahrungsergänzung für Kraftsportler, Bodybuilder, Fitnesssportler und Ausdauersportler.

 

Während die meisten Aminosäuren nach der Absorption im Dünndarm über die Leber aufgenommen und energetisch verwertet werden, erfolgt die Aufnahme der verzweigt - kettigen Aminosäuren zum größten Teil direkt in der Skelettmuskulatur. Dort werden sie auch energetisch verwertet und dienen in erster Linie als so genannte Stickstofflieferanten für die körpereigenen Proteine.

 

B.C.A.A. baut Muskelmasse auf

 

Mit B.C.A.A. führt man dem Körper Bausteine für Muskelgewebe zu, die zu verstärktem Aufbau von Muskelmasse führen können. Diese Bausteine übernehmen die Funktion eines Energielieferanten, insbesondere auch dann, wenn trotz vorhandenen Kalorienmangels Muskelgewebe gebildet werden soll. B.C.A.A. bewirken die Reduktion von Fett bei gleichzeitigem Aufbau von Muskelgewebe. Darüber hinaus gibt es eine glykogenschonende Funktion, das bedeutet, dass Glukose in osmotisch aktiver Form in der Leber und den Muskeln länger gespeichert werden, wodurch letztlich eine Leistungssteigerung bewirkt wird.

 

 B.C.A.A. verhindert Muskelabbau

 

Durch medizinische Studien konnte nachgewiesen werden, dass sich durch B.C.A.A. der Muskelabbau verlangsamt. Der Mediziner spricht von einem so genannten katabolen Effekt. So fördern sie zum einen die Ausschüttung von Insulin und zum anderen die Freisetzung von Wachstumshormonen. Beide Hormone sind erheblich auch am Muskelwachstum beteiligt.

Aus folgendem Grund sind B.C.A.A. für den Kraftsportler, Fitnesssportler und Bodybuilder interessant: Während eines harten Trainings werden vermehrt die Aminosäuren Glutamin und Alanin von den Muskelzellen in das Blut abgegeben, um das Immunsystem zu stärken und die Glykogenproduktion in der Leber zu steigern, was wiederum zu einem unerwünschten Muskelabbau führt. B.C.A.A. liefern wichtige Bausteine für die Bildung von Glutamin und Alanin, gleichzeitig werden die B.C.A.A. nicht in der Leber, sondern direkt im Muskelgewebe „verstoffwechselt“, was zur schnelleren Neubildung von Glutamin und Alanin führt.

 

B.C.A.A. für Ausdauersportler

 

Durch die nachgewiesene Wirkung eines verhinderten Muskelabbaus, erscheinen B.C.A.A. beim derzeitigen wissenschaftlichen Stand auch im Bereich des Ausdauersportes als sinnvoll. Insbesondere beim Ausdauersport ist der Verlust im Bereich der so genannten Nettomuskelmasse zu vermeiden. 

 


L - Tryptophan

Das L-Tryptophan, eine der essentiellen Aminosäuren der menschlichen Ernährung.
Das Tryptophan, Vorstufe des Serotonins, des Melatonins und des Niacins, besitzt eine lebenswichtige Bedeutung. Entdeckt im Jahre 1901, wird es seit mehreren Jahrzehnten dazu verwendet, Depressionen zu lindern, das Einschlafen zu begünstigen oder dabei zu helfen, Gewicht zu verlieren. Zahlreiche Studien haben das Interesse und die Wirksamkeit des Tryptophans gezeigt, und insbesondere:

 

  • die Erhöhung der Serotoninkonzentrationen. Diese spielen eine grundlegende Rolle in zahlreichen Funktionen des Organismus und, insbesondere, bei Depressionen, Angstgefühlen, Stimmungsschwankungen und Appetitkontrolle. Das Serotonin ist übrigens nicht dazu fähig, die haemato-encephalische * Schranke zu durchdringen, wenn seine Werte unzureichend sind, nur eine Supplementation mit Tryptophan oder 5-HTP, seine beiden Vorstufen, ermöglicht es, diese Werte wirksam zu erhöhen;
  • zahlreiche Personen, wenn sie sich gestresst, deprimiert oder beängstigt fühlen, konsumieren bedeutende Mengen von Kohlenhydraten. Diese schlechte Angewohnheit hat eine Erhöhung des Serotonins im Gehirn und ein vorübergehendes Gefühl des Wohlbefindens und der Sicherheit, aber auch eine Erhöhung der eingelagerten Fette zur Folge. Eine Supplementation mit Tryptophan verbessert den psychologischen Zustand, ohne eine Erhöhung der eingelagerten Fette nach sich zu ziehen;
  • das Tryptophan begünstigt das Einschlafen und die Qualität des Schlafs bei Fällen von leichter Schlaflosigkeit.

Das L-Tryptophan und das 5-HTP werden in Serotonin metabolisiert, indem sie den gleichen metabolischen Weg verfolgen. Trotz alledem reagieren bestimmte Personen besser auf eine Supplementation mit L-Tryptophan als mit 5-HTP. Mehrere Elemente können dies erklären:

  • bei einer Supplementation mit L-Tryptophan bewahrt der Organismus die Kontrolle der produzierten Serotoninmenge dank des Enzyms L-Tryptophan Hydroxylase;
  • mit dem 5-HTP wird die Serotoninproduktion nicht reguliert und ein Teil kann in den Darm gelangen und Übelkeit zur Folge haben. Da das Serotonin übrigens nicht die haemato-encephalische * Schranke durchdringt, wird der Teil des Serotonins, der auβerhalb des Gehirns produziert wird, auch nicht in der Lage sein, in es einzudringen

*haemato-encephalische Schranke: Blut-Hirn-Schranke - oder Blut-Hirn-Barriere genannt, wird die selektive physiologische Barriere zwischen den Flüssigkeitsräumen des Blutkreislaufs und dem Zentralnervensystem bezeichnet.

 

Glutamin

Glutamin ist mit einem Mengenanteil von 20 Prozent die quantitativ bedeutendste freie Aminosäure im Blutserum und im Muskelgewebe. Es spielt bei einer Vielzahl von Stoffwechselwegen eine wichtige Rolle, z.B. für die Bereitstellung von Stickstoff für die Synthese von Purinen, Pyrimidinen, Nukleotiden und Aminozuckern. Glutamin ist ein wichtiges Energiesubstrat für die Zellen des Gastrointestinaltrakts sowie eine Energiequelle für alle sich schnell vermehrenden Zellen des Immunsystems. Aufgrund seiner Fähigkeit, das Zellvolumen zu stabilisieren, besitzt es einen antikatabolen Effekt. Außerdem ist Glutamin für die Regulation des Säure-Basen-Haushalts von Bedeutung, weil es von den Nieren zur Bildung und Ausscheidung von Ammoniumionen verstoffwechselt wird.

 

Im Postaggressionsstoffwechsel, z.B. bei Entzündungen oder nach chirurgischen neurologischen Eingriffen, kommt es zu einer Verarmung des Glutamin Pools, die sich z.B. in einem verlängerten Krankheitsverlauf und in einer erhöhten Infektanfälligkeit auswirkt. Auch bei Leistungssportlern besteht ein erhöhter Glutamin Bedarf. Es konnte nachgewiesen werden, dass eine Glutamin Supplementierung nach Ausdauerbelastung die Infektanfälligkeit vermindern kann. Glutamin ist eine wichtige Ausgangssubstanz für die Bildung von Glutathion und des Neurotransmitters GABA. Oftmals kann eine Glutamin Supplementierung auch bei Magen-Darm-Erkrankungen wie dem „leakygut-syndrome" oder dem colon irritabile hilfreich sein.

Die wichtigsten Funktionen von Glutamin

Vermeidung von Heißhunger während Diäten:

Während einer Diät mit reduzierten Kohlenhydraten werden die Körpereigenen und durch die Nahrung zugeführten Proteine zur Energiegewinnung verbrannt. Bei diesem Vorgang wird Glutamin freigesetzt. Daraufhin reguliert es den Blutzuckerspiegel und mindert so die Gefahr einer Heißhungerattacke.   

Welche Funktionen erfüllt Glutamin im Körper?

Antioxidans: Zusammen mit Cystein ist Glutamin Baumaterial für Glutathion, einem lebenswichtigen, körpereigenen Antioxidans

Energieproduktion: Glutamin ist die wichtigste Energiequelle in den Zellen. Es wird in vielen Geweben des Körpers abgebaut, um Energie zu produzieren. Für die weißen Blutkörperchen und die Darmwände ist es als Energielieferant unentbehrlich

Blutzuckerspiegel: Die Leber kann Glutamin aufnehmen und in Glukose umwandeln, womit der Blutzuckerspiegel im Gleichgewicht gehalten wird.

Beruhigende Wirkung: Glutamin wird vom Gehirn (im Gegensatz zu Glutaminsäure) leicht aufgenommen.

 

 

Burgerstein empfiehlt:

"Glutamin zusammen mit Cystein und Vitamin B6 anzuwenden, um die Synthese von Glutathion und den Schutz vor Oxidation zu erhöhen."

 


 

 


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